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Kostenfalle Abwasser

Interkommunales Energieforum in Murnau

Kostenfalle Abwasser

Unter diesem Titel hat die Energiewende Oberland (EWO) beim interkommunalen Energieforum 2018 ein Thema aufgegriffen, das zukünftig für die Kommunen in der Region teuer werden könnte: Die Entsorgung von Abwasser übersteigt längst den Preis für Trinkwasser und könnte sich mit der neue Klärschlammverordnung noch weiter verteuern. Wesentliche Ursachen dafür sind die immensen Stromkosten für Pump- und Hebewerke, sowie für die Reinigung der Abwässer in Kläranlagen. Zahlreiche LKW-Fahrten für den Abtransport verursachen zusätzliche Kosten, sowie auch stattliche Emissionen im Straßenverkehr. Um dem gegenzusteuern organisierte das Kompetenzzentrum der EWO eine Veranstaltung, bei der fünf Referenten Wege aufzeigten, die zur Reduzierung von Kosten und Emissionen beitragen.

Dipl. Ing. Helmut Neumüller aus Holzkirchen stellte das Potenzial der Photovoltaik für Pumphäuser und Kläranlagen vor. Die Anschaffungskosten für Solarmodule sind in den vergangenen Jahren stark gesunken, so dass die Eigenversorgung aus PV-Strom die Stromrechnungen erhebliches Geld sparen kann.

Da in der Abwasserbehandlung oftmals hohe elektrische Leistungen erforderlich sind, reichen die Dachflächen der Betriebsgebäude meist nicht aus, um ausreichend Solarstrom zu produzieren. Den baurechtlichen Rahmen für die Aufstellung von kleinen Freiflächenanlagen z.B. neben Kläranlagen zeigte Kreisbaumeister Alkmar Zenger aus Garmisch-Partenkirchen auf.

Franz Kühr aus München informierte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Verringerung von Fremdwasser im Kanalnetz. Der Eintrag von Grund- und Oberflächenwasser liegt bei ca. 23 %, sodass zu dessen Entsorgung unnötig Strom erforderlich ist. Zahlreiche robotergestützte Verfahren können Sanierungsarbeiten im Kanalbereich auf moderne Art und Weise durchführen. Diese sind in der Regel kostenintensiv, doch bietet der Freistaat bei Härtefällen eine umfangreiche Förderung an.

Am Ende jeder Kläranlage verbleibt eine große Menge Klärschlamm, die mit Abtransport und Entsorgung weitere Kosten verursacht. Um das Transportvolumen zu reduzieren, betreiben z.B. Oberhausen und Murnau (s. Bild) bereits eine solare Trocknungsanlagen. Weitere Verfahren zur Verringerung der Transportkosten durch Eindicken oder Trocknen präsentierte Ingenieur Christian Burgbacher aus Esslingen.

Neben Informationen Gewässerschutz bieten in Bayern die Wasserwirtschaftsämter auch Unterstützung zum energieeffizienten Betrieb von Kläranlagen an. Einen Überblick über die Einsparpotenziale gab Johannes Riedl vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim.