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Bioenergieregion Oberland

Das Energieholzpotenzial im Privat- und Kommunalwald im Oberland

Auch wenn der strenge Winter 2014 nicht Einzug gehalten hat, an den Waldrändern wird wieder verstärkt Holz gelagert. Seit einigen Jahren liegt dort nicht nur Stammholz für Sägewerke oder Papierholz zur weiteren stofflichen Verwertung. Hoch türmen sich die Haufen an Energieholz, die mit schwerem Gerät zu Hackschnitzel verarbeitet werden. Doch schaut Energiewende wirklich so aus?

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Energieholzstudien für die drei Landkreise

Die Bioenergieregion Oberland mit Sitz in Penzberg beschäftigt sich schon seit längerem mit diesem Thema. Interessant ist vor allem das Thema wieviel Energieholz im Privat- und Kommunalwald zur Verfügung steht. Daher wurden 2010 zwei Studien für die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach und 2013 auch eine Studie zur Verfügbarkeit von Energieholz im Landkreis Weilheim-Schongau in Auftrag gegeben. Prof. Dr. Stefan Wittkopf, Prof. Dr. Andreas Rothe und M.Sc. Matthias Wilnhammer von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf führten zusammen mit Studenten Befragungen unter Privatwaldbesitzern des Landkreises durch.

Inhalte der Studien

Bei der Auswertung der Ergebnisse wird ausdrücklich auf die zu berücksichtigenden Belange des Natur- und Artenschutzes eingegangen. Auch der Vorrang der stofflichen Verwertung wurde unterstrichen: Stammholz wird in dieser Studie ausdrücklich nicht zum Energieholz – Potenzial hinzugerechnet.
Energieholz entsteht bei Waldbewirtschaftung immer nur als Koppelprodukt. Zum einen wird bei der Waldpflege Material entnommen, um z.B. Fichten – Monokulturen zu Mischwäldern umzugestalten. Auch im Rahmen der Wegesicherung fällt Holz an, das zu Hackschnitzeln verarbeitet wird. Mit einem Gesamtvolumen von 218.000 fm Energieholz kann ein Volumen von jährlich mindestens 46 Mio. Liter Heizöl ersetzt werden.

Download Energieholzstudie Weilheim-Schongau, Rothe, Wittkopf, Wilnhammer

Meinungen der Fachwelt

Markus Schmorell, Bereichsleiter Forsten am AELF Weilheim, begrüßt das neue Gutachten für den Landkreis Weilheim-Schongau als fundierte Grundlage, den möglichen Beitrag des Waldbesitzes für die Energiewende realistisch einzuschätzen: „In der Prognose sind die Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft berücksichtigt und die Rahmenbedingungen für weitere Planungen im Energieholzbereich gegeben.“ Als Mitglied des Klimabeirats Weilheim - Schongau ist es für Schmorell wichtig, dass der Verbrauch von Öl und Gas und deren zusätzlicher Ausstoß von Kohlendioxid verringert wird. Aber auch der nachwachsende Rohstoff Holz sollte hocheffizient genutzt werden. „Auch Brennholz darf nicht verschleudert werden, alle Energieeinsparung ist vorrangig. Besser mit Holz langfristig dämmen, als es kurzfristig verheizen“

Nachwuchs für die (Energie-)Wende

Nachwuchsenergie für die (Energie-)Wende

Diese Zahlen machen deutlich, dass in allen drei Lankreisen maximal ca. 10 % des Wärmebedarfs durch Energieholz gedeckt werden. Im Klartext heißt das auch, dass die Gebäude wesentlich besser gedämmt werden müssen, damit die Energiewende gelingt.
Eine wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre wird die Umsetzung von Biomasseprojekten in den Kommunen sein. Kleine Dorfheizungen in den Ortskernen können in Kombination mit Energiesparmaßnahmen langfristig den Gebäudeunterhalt der Kommunen senken.

Beratung durchs EWO-Kompetenzzentrum Energie

Andreas Scharli, Energieberater des EWO Kompetenzzentrums Energie, steht für die Beratung der Kommunen in den Bereichen Energieeinsparung und Errichtung von dezentralen, kleineren Heizwerken inklusive Nahwärmenetzen gerne zur Verfügung.

2011 wurde im Rahmen des Projekts Bioenergieregion Oberland eine breitgefächerte Kampagne zum Energieholz in den beiden Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen angeboten. Infos zu der Kamagne finden Sie hier.

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